Auf der Suche nach dem natürlichen Weg

Hallo! Mein Name ist Lisa und ich nähe seit meiner Kindheit für mein Leben gern. Seit einiger Zeit nähe ich einen Großteil der Kleidung für meine Familie und mich selbst und zeige sie auf meiner Facebookseite (Hey Lisi). Nähen ist für mich ein sinnvoller Weg, um sicher zu gehen, dass Mensch und Natur nicht unter dem leiden, was ich auf der Haut trage. Deshalb kaufe ich hauptsächlich GOTS zertifizierte Bio-Stoffe oder recycle das, was wir nicht mehr tragen. Weil ich gerne experimentiere und selbst gestalte, habe ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach Naturfarben für Textilien begeben und bin auf die WEJA Färbesets und TOGIS Textildruckfarben von Livos gestoßen. Diese Stofffarben sind unheimlich beeindruckend und liefern tolle, kräftige Färbeergebnisse auf Baumwolle und anderen Naturfasern. 

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Für diesen Gastbeitrag habe ich Stoffe für eine leichte Jacke und ein Jerseyshirt gefärbt und bedruckt. Hier möchte ich nun zeigen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten des Färbens ich dafür genutzt habe. Die WEJA Färbesets eignen sich sowohl für die Färbung in der Waschmaschine als auch im Topf. Beide Varianten wollte ich unbedingt testen und vergleichen.

Meine Vorgehensweise

Für meine Jacke habe ich einen feinen weißen Twill mit dem WEJA Färbeset in Resed-Gelb gefärbt und einen naturfarbenen Baumwollsatin mit dem WEJA Färbeset in Anthrazit. Außerdem habe ich einen Reißverschluss mit Baumwollband und eine Baumwollpaspel in gelb mit gefärbt. Dass weitere „Nähzutaten“ Ton in Ton passend gefärbt werden können ist für mich ein großer Vorteil des Färbens. Akzente habe ich mit naturfarbenem Rhabarberleder gesetzt, einem Leder, das rein pflanzlich gegerbt wird. Die anthrazitfarbene Innenjacke habe ich anschließend mit einer Mischung aus den TOGIS Textildruckfarben in Deckweiß und Maisgelb bestempelt.

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Das Bretonshirt habe ich aus einem geringelten Baumwolljersey mit 5% Elasthan genäht und erst anschließend mit dem WEJA Färbeset in Resed-Gelb gefärbt. Das sogenannte „Dip-Dyeing“ ist eine Technik, die ich schon lange ausprobieren wollte. Auf fertigen Kleidungsstücken angewendet ergibt sie besonders faszinierende Ergebnisse. Diese Färbetechnik ist aber natürlich auch sehr aufregend, denn es lässt sich nicht zu 100% vorhersagen, wie das Ergebnis aussehen wird. Der geringe Elasthananteil des Stoffes hat auf die Färbung übrigens keinen negativen Effekt gehabt

Einkaufslisten

Für die gelbe Außenjacke habe ich folgende Materialien benötigt:

 

  • WEJA Färbeset Resed-Gelb, 250 g
  • 2 m Twill, weiß, GOTS zertifiziert
  • 1 teilbarer Reißverschluss mit Baumwollband
  • 1 m Baumwollpaspel
  • etwas Rhabarberleder

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für die anthrazitfarbene bestempelte Innenjacke habe ich diese Materialien benötigt:

 

  • WEJA Färbeset Anthrazit, 250 g
  • TOGIS Textildruckfarbe Deckweiß
  • TOGIS Textildruckfarbe Maisgelb
  • 2 m naturfarbener Baumwollsatin
  • Indische Holzstempel, Schwamm, Schneiderkreide, Lineal

 

Und für das Bretonshirt brauchte ich:

 

  • WEJA Färbeset Resed Gelb, 50 g
  • 1,25 m Ringeljersey
  • 4 Olivenholzknöpfe

Die Arbeitsschritte – gelbe Außenjacke

Bei der gelben Außenjacke habe ich mich für die unkomplizierte Färbung in der Waschmaschine entschieden. Hier habe ich den weißen Twill gemeinsam mit dem Reißverschluss und der Paspel in die Waschmaschine gegeben. Die Färbung erfolgt in zwei Schritten. Zuerst werden die Materialien mit dem Beutel Nr. 1 bei 98°C auf die Färbung vorbereitet. Anschließend werden sie mit dem Beutel Nr. 2 gefärbt. Der Inhalt dieses Beutels besteht ausschließlich aus zerkleinerten Pflanzenfasern und ich war wirklich sehr skeptisch, wie das Färbeergebnis wohl aussehen würde. Dazu kommt, dass unsere Waschmaschine eine getönte Scheibe hat und ich während des Färbevorgangs nicht erkennen konnte, ob sich etwas tat. Umso größer war meine Überraschung und Freude als ich nach Beendigung des Waschprogramms diesen wunderbar leuchtend gelben Stoff aus der Waschmaschine holte. Verfärbungen an den Gummidichtungen der Waschmaschine konnte ich übrigens mit einem nassen Lappen und etwas Spülmittel ganz einfach abwischen.

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Anthrazitfarbene Innenjacke

Den Stoff der Innenjacke wollte ich gerne etwas weniger gleichmäßig färben. In meiner Kindheit in den 1980er Jahren hat meine Mutter aus alten Baumwoll-Laken Spieltücher für uns genäht und gebatikt. Mit diesen Tüchern spielen heute ihre Enkel, denn sie sind immer noch wunderschön. Dafür hat sie die Tücher unordentlich zusammengeknautscht, in einen Eimer mit Färbemittel gelegt und während des Färbevorgangs nicht bewegt. Das gleiche Vorgehen habe ich für die Färbung des Baumwollsatins genutzt, mit dem Unterschied, dass ich im Topf auf dem Herd gefärbt habe, um die Temperatur konstant bei etwa 98°C halten zu können. Auch hier sind zwei Durchgänge nötig, damit der Stoff auf die Färbung vorbereitet wird. Nachdem der Stoff nun gefärbt, gewaschen und getrocknet war, habe ich ihn bedruckt. Dafür habe ich mir in einem kleinen Laden in unserer Altstadt indische Holzstempel gekauft, deren Motive, wie ich finde, so wunderbar zu den Natur- und Pflanzenfarben von Livos passen. Die TOGIS Textildruckfarben habe ich miteinander vermischt, damit sie auf dem dunklen Stoff gut sichtbar sind. Anschließend habe ich einen Schwamm mit der Farbe getränkt und als Stempelkissen für die Holzstempel genutzt. Mit einem Lineal und Schneiderkreide habe ich mir Linien auf dem Stoff vorgezeichnet und anschließend meine ganz persönliche Interpretation von Pflanzenfarben gedruckt.

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Das Bretonshirt

Das Bretonshirt habe ich erst genäht und anschließend gefärbt. Um zu bestimmen, wo die gelbe Farbe enden soll, habe ich mir am angezogenen Shirt mit Wonderclips eine Linie markiert und diese anschließend mit großen Stichen mit Heftgarn genäht. Dann habe ich den Faden zusammengezogen und fixiert. Den unteren Teil des Shirts habe ich mit einem Gummiband auf ein Brettchen gebunden. Die Färbung erfolgte in einem Topf, in welchem ich nach dem vorbereitenden ersten Durchgang einen Färbesud hergestellt und dann den Färbebeutel entfernt hatte. Das Brettchen mit dem Shirt konnte ich auf den Topfrand legen und das Shirt so „kopfüber“ eintauchen. Gefärbt habe ich es für etwa 30 Minuten. Tipp: Wenn man sichtbare Nähte mit färbt, sollte man diese entweder mit Baumwollnähgarn oder bereits in der angestrebten Farbe nähen. Ich habe den Ausschnittbeleg und die Knopfleiste mit gelbem Garn genäht. Die Knöpfe habe ich erst nach dem Färben aufgenäht.

Ein gutes Gefühl

Mit meinem neuen Ensemble für kühlere Sommertage oder einen Ausflug ans Meer bin ich sehr glücklich. Die Farben sind unglaublich schön geworden und jedes meiner Vorhaben ließ sich problemlos umsetzen. Dazu das gute Gefühl nichts als Naturmaterialien auf der Haut zu tragen. Ich bin jedenfalls im „Färbefieber“ und habe bereits eine Idee für das nächste Projekt!

Die WEJA Färbesets und TOGIS Textildruckfarben wurden mir für diesen Artikel freundlicherweise von der Firma Livos zur Verfügung gestellt.

Schnittmuster Jacke: „Mein Wind&Wetter Parka“ von Lotte&Ludwig
Schnittmuster Bretonshirt:„TimpeTee“ von Schneidernmeistern
Shopinfo: weiß-schwarz geringelter Jersey Von Stoffonkel
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Autorin: Lisa Bosse

 

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